Geschichte der Marke Škoda

Nur wenige Marken haben Tschechien so bekannt gemacht wie der ŠKODA Flügelpfeil. Škoda Investment kümmert sich um ihren Schutz.
ŠKODA INVESTMENT a.s. ist ein Schwesterunternehmen des Škoda Transportation Konzerns. ŠKODA INVESTMENT a.s. hat ein umfangreiches Portfolio der Schutzmarken ŠKODA und OKŘÍDLENÝ ŠÍP (Geflügelter Pfeil) sowie anderer hiermit zusammenhängender Rechte und koordiniert die Rechte geistigen Eigentums für Unternehmen der Škoda Transportation Group und einige andere User der Marken ŠKODA und OKŘÍDLENÝ ŠÍP.
ŠKODA INVESTMENT a.s. bestimmt die globale Entwicklungsstrategie der Portfoliomarken ŠKODA und OKŘÍDLENÝ ŠÍP des Škoda Transportation Konzerns und kümmert sich um die Geltendmachung dieser Rechte.
Rechte geistigen Eigentums von ŠKODA INVESTMENT a.s. sowie hiermit zusammenhängende Rechte basieren auf der Geschichte und Tradition der weltberühmten Pilsner Marken ŠKODA und OKŘÍDLENÝ ŠÍP, einschließlich ihrer Kombinationen. Das Ziel des Unternehmens ŠKODA INVESTMENT a.s. ist es, die Marken ŠKODA und OKŘÍDLENÝ ŠÍP sowie das zugehörige Markenportfolio weiterzuentwickeln und ihren Ruf zu stärken.
1839
1839 – Geburtsstunde des Ritters Emil Škoda, dem Gründer der Marke ŠKODA
1859 – In diesem Jahr verlegt Graf Christian Valdštejn einen Teil der Produktion von Maschinenwerk und Hütten aus der Gemeinde Sedlec bei Starý Plzenec nach Pilsen. Das Maschinenwerk spezialisierte sich zunächst auf die Fertigung von Dampfmaschinen, Ausrüstungen für Brennereien, Zuckerfabriken, Brauereien, landwirtschaftliche Geräte und Ausrüstungen sowie anderweitige technische Ausrüstungen.
1866 – Der junge Ingenieur Emil Škoda fängt an, im Unternehmen zu arbeiten, zieht nach Pilsen und beginnt hier als leitender Ingenieur zu arbeiten. Škoda war ein sehr weitsichtiger Unternehmer. Es gelang ihm, langfristig vorauszuschauen und abzuschätzen, wohin die Entwicklung im Maschinenbau gehen würde und welche Produkte am Markt interessant sein werden. Er suchte systematisch erfahrene Experten anderer Unternehmen heraus und lockte sie nach Pilsen. Er verstand es, dass, sofern das Pilsener Maschinwerk zu dieser Zeit ein bedeutender Akteur auf dem Markt werden sollte, würden erhebliche Investitionen ins Unternehmen, Gründungen neuer Unternehmensbranchen sowie eine Modernisierung der Produktion notwendig werden.
1869

1869 – Graf Valdštejn lehnt die Vorschläge Emil Škodas, einschließlich der Vorschläge für Investitionen in sein Maschinenwerk ab und zieht es vor, das Unternehmen an Emil Škoda zu verkaufen. Seit diesem Jahr heißt das Unternehmen somit ŠKODOVY STROJÍRNY, später E. Škoda v Plzni.
1884 – Die erfolgreiche Entfaltung der Fabrik geht weiter. Emil Škoda hat es richtig abgeschätzt, dass im turbulenten Europa großes Interesse an Waffen bestehen würde und setzte auf dieses Produktionsprogramm. In diesem Jahr begann die Errichtung eines modernen Stahlwerks, welches zur Herstellung hochwertiger Waffen unabdingbar ist.
1884

1886 – Fertigstellung des Stahlwerks. Ab diesem Jahr tragen nicht nur die Salvator-Dormus lizenzgefertigten Maschinengewehre, sondern auch andere Waffen das ŠKODA-Markenzeichen.
1890 – Es wird die ŠKODA Waffenabteilung gegründet, deren gesamtes Programm trotz vieler Probleme erfolgreich ist.
1890

1895 – Die erste eigengefertigte Feldkanone der Marke ŠKODA mit langem Rückstoßrohr
1896 – Fertigstellung einer neuen Waffenhalle. Die Marke ŠKODA wird zu einem der größten europäischen Rüstungshersteller.
1896 – In diesem Jahr wird das Jubiläum der Fertigung der 1000. ŠKODA-Dampfmaschine gefeiert.
1899 – Aus dem Familienunternehmen wird eine Aktiengesellschaft.
1899

1900 – Emil Škoda, der Gründer des erfolgreichen Unternehmens ŠKODA, stirbt.
1904 – Doch ŠKODA fertigt nicht nur Waffen. Unter der Marke ŠKODA fertigt es bis dato Dampfmaschinen, Gasmotoren, Ausrüstungen für Docks, Ausstattungselemente für die Lebensmittelindustrie, diverse Konstruktionen und wird enorm berühmt auch dank der Produktion von Großgussteilen für den Schiffbau. Im Jahr 1904 beschließt die Unternehmensleitung, ein neues Produktionsprogramm für Dampfturbinen einzuführen. Die ersten Exemplare von ŠKODA-Turbinen wurden als französische Lizenzprodukte gefertigt.
1904
1907 – Gründung eines eigenen ŠKODA-Forschungsinstituts.
1907
1902

1902 – ŠKODA wird Monopollieferant von Waffen für die österreichisch-ungarische Marine.
1905 -Es werden die ersten gebogenen Wellen für Werften unter der Marke ŠKODA produziert.
1905
1907 – Es wird eine Kranabteilung eingerichtet. ŠKODA-gefertigte Krane verschiedener Bauarten und Tragfähigkeiten werden nach Belgien, Italien, Japan, Chile, Polen, Argentinien, in die Türkei und nach Südafrika exportiert.
1911 – Gründung eines hauseigenen Konstruktionsbüros für Präzisionsmaschinen und spezielle Werkzeuge ŠKODA.
1914 – Der Erste Weltkrieg bedeutete für ŠKODA einen großen Aufschwung. ŠKODA-Waffen, insbesondere schwere Kanonen und Haubitzen, haben sich an den Fronten bewährt.
1918 – Sowohl das Kriegsende, als auch der Zerfall Österreich-Ungarns brachten jedoch für ŠKODA eine große Krise herbei. Es bestand kein Interesse an Waffen, traditionelle Märkte zerfielen, langjährige Handelsbeziehungen wurden abgebrochen. Um zu überleben, musste die Fabrik ihr Produktionsprogramm radikal ändern. Finanzstabilität erreichte man durch den Einstieg des französischen Konzerns Schneider et Cie. Das neue Unternehmensmanagement suchte schnell nach Branchen, um die Lücke in Folge der eingeschränkten Waffenproduktion schließen zu können.
1920

1920 – In Pilsen wird unter der Marke ŠKODA die Produktion von Dampflokomotiven aufgenommen. Der erste trug die Kennzeichnung 1Lo
1921 – Gründung der ŠKODA-Schiffsabteilung. Das Produktionsprogramm war umfangreich und umfasste eine breite Palette an Flussschiffen, mitsamt Frachtschiffen und Schleppern bis hin zu Militärpatrouillenbooten, Passagierdampfern oder Schwimmkränen.
1921 – Die ersten ŠKODA-Lokomotiven exportierte man an die Rumänischen Staatsbahnen (180 Stück).
1922 – Herstellung eines ŠKODA Motorpfluges zum Tiefpflügen, Export z.B. nach Indonesien.
1922

1923 – Am 15. Dezember wurde eine neue Schutzmarke in Form des geflügelten Pfeils im Kreis registriert, die bis heute unter geringfügigen Änderungen verwendet wird. ŠKODA-Produkte werden seit diesem Jahr mit dieser Schutzmarke versehen.
1923

1923 – Beginn der Produktion einer eigenkonstruierten Dampflokomotive.
1923 – Fertigung gebogener Wellen mit einem Gewicht von 50 Tonnen für amerikanische und schwedische Werften.
1923 – Die Produktion von Transformatoren der Marke ŠKODA beginnt.
1924 – Beginn der Fertigung von Sentinel-lizenzgefertigten ŠKODA-Dampflastwagen, die insbesondere vom Militär eingesetzt werden. Damit verlagert sich die Marke ŠKODA auch auf die Straße.
1924

1925 – Der ŠKODA-Konzern kauft das Pkw-Werk Laurin und Klement in Mladá Boleslav und seit diesem Augenblick werden Fahrzeuge unter der Marke ŠKODA gefertigt. Das Produktionsprogramm war gemessen an der damaligen Zeit sehr umfangreich und wurde noch erweitert. Unter der Marke ŠKODA wurden nicht nur traditionelle Waffen, sondern auch Gerätschaften für die Energiewirtschaft, Transformatoren, PKWs und LKWs, Traktoren, Schiffe, Flugzeuge, Panzer, Brückenkonstruktionen, Kräne, Lokomotiven, Traktionsmotoren, Werkzeugmaschinen, Dieselmotoren, Zigaretten- und Verpackungsmaschinen hergestellt. Die ŠKODA-Dampfturbinen erreichen ein Weltklasseniveau, ŠKODA baut sowohl im In- als auch im Ausland Kraftwerke, Zuckerfabriken, Brauereien, Brennereien…
1927 – Die erste ŠKODA-E-Lok. In den 1920er Jahren gründet ŠKODA in Pilsen Doudlevce ein eigenes Werk für Elektrotechnikgeräte. Das Unternehmen überlebt die Krise, in welche es nach dem Ersten Weltkrieg geriet, erfolgreich und der ŠKODA Konzern wird nach und nach zum größten und bedeutendsten Industrieunternehmen der damaligen Tschechoslowakei und zu einem der bedeutendsten in Europa. Ab dem Jahr 1921 wurden nach und nach die Werke in Prag-Smíchov, Hradec Králové, in Hrádek u Rokycan, Brno, Komárno, Dubnice nad Váhom und die Kohlebergwerke im Becken um bei den Städten Most und Pilsn in den Konzern eingegliedert. ŠKODA erwarb beispielsweise einen bedeutenden Anteil im Unternehmen Avia Prag (1926), in Omnipol, im Waffenunternehmen Česká zbrojovka Brno oder in Kablo Kladno.
1928 – Erster Export von ŠKODA-Dampflokomotiven nach Südamerika (Kolumbien).
1928 – Erster Export von ŠKODA-Lokomotiven nach China.
1928 – ŠKODA präsentiert auf der Messe in Berlin eigene Flugzeugmotoren.
1928 – Fertigung und Export von ŠKODA Straßenwalzen für Kolumbien.
1929 – Herstellung eigendesignter Fahrzeuge
1932 – Herstellung kompletter Ausstattungen für Rohrzuckerfabriken nicht nur für den heimischen Markt, sondern auch zum Export, z.B. nach Indien.
1923

1934 – Einführung der Fließbandfertigung bei PKWs im ŠKODA-Werk in Mladá Boleslav.
1934

1936 – Der erste ŠKODA 1 Tr Oberleitungsbus für Prag wird in Pilsen hergestellt.
1936

1938 – Lokomotivlieferung nach Südafrika
1939 – Schneider verkauft seinen Anteil an tschechoslowakische Banken. Der Zweite Weltkrieg bringt einen weiteren Wendepunkt in der Geschichte der Gesellschaft. Nach der Besetzung wurde ŠKODA sowie die Werke im Unternehmen in die Reichswerke Hermann Göring eingegliedert. Das Unternehmen wurde abermals hauptsächlich Waffen- und Munitionsproduzent, gefertigt wurden jedoch mehrheitlich deutsche Produkte. Die Entwicklung in anderen Branchen hielt sich in Grenzen, ŠKODA verlor seine Märkte und Kunden erneut.
1939

1945 – Im April dieses Jahres wurde der Betrieb ŠKODA in Pilsen durch alliierte Bombenangriffe schwer getroffen und weitgehend zerstört.
1945

1945 – Staatliche Verwaltung eingeführt.
1946 – ŠKODA wird staatseigener Betrieb.
1946 – Wiederaufnahme der Produktion von ŠKODA-Traktoren. Die ersten ŠKODA-Traktoren wurden bereits in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre gefertigt.
1946

1949 – Der ersten Lokomotiven der Marke ŠKODA werden in die Sowjetunion exportiert.
1950 – Als Bestandteil der Reorganisation der tschechoslowakischen Industrie zu Beginn der 1950er Jahre überließ das Unternehmen einen Teil des Produktionsprogramms anderen Herstellern. Das Unternehmen sollte sich hauptsächlich auf die Schwerindustrie fokussieren – im Produktionsprogramm blieben Dampf- und Elektrolokomotiven, die Energiewirtschaft, große Bearbeitungs- und Umformmaschinen, Oberleitungsbusse und sowie weitere.
1951 – ŠKODA produziert die erste von vielen 50-55-MW-Kondensationsdampfturbinen.
1951 – Produktionsstart der ŠKODA 7 Tr Oberleitungsbusse, die beispielsweise nach Polen exportiert wurden.
1951

1953 – Der erste Prototyp einer ŠKODA Gleichstromstrecken-E-Lok der Baureihe E 499 sowie Produktionsstart von Großdrehmaschinen, sogenannten Horizontalmaschinen.
1961 – Der ŠKODA Konzern gewinnt seinen historisch größten Exportauftrag – die Errichtung eines metallurgischen Kombinats in Indien. Um die Wende der 1960er und 1970er Jahre wurde ŠKODA Generalunternehmer für Kernkraftwerke. Man bestückte beispielsweise den Maschinenraum des Kernkraftwerks A1 Jaslovské Buhunice. Das Unternehmen behauptete seine Position eines Maschinenbaugiganten, jedoch die Produkte wurden überwiegend in die Märkte des damaligen Ostblocks und in die Entwicklungsländer exportiert.
1961 – Die Fertigung des erfolgreichen 9 Tr Oberleitungsbusses, der in viele Länder exportiert wurde, wie Afghanistan, Aserbaidschan, Armenien, Bulgarien, Georgien, Indien, Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Deutschland, Polen, Slowakei und Ukraine beginnt.
1961

1972 – Errichtung eines Prototyps des beliebten ŠKODA 14 Tr Oberleitungsbusses, der außer in tschechischen Städten auch in Deutschland, Ungarn, Georgien, China, Litauen und der Ukraine betrieben wird.
1975 – Lieferung eines ŠKODA Kraftwerks mit einer Leistung von 125 MW nach Igarapé, Brasilien.
1975

1977 – Bestückung des Maschinenraums im Kraftwerk in Abu Dhabi.
1980 – Herstellung des zweiten Druckbehälters für den Reaktor vom Typ VVER 440 für das Kernkraftwerk Jaslovské Bohunice (der erste ging an das ungarische Kraftwerk Paks).
1980

1983 – Fertigung eines Prototyps des KODA 15 Tr Gelenktrolleybusses, der später für den inländischen Markt, jedoch auch für den Export beispielsweise nach Estland, Lettland, Litauen, Ungarn und in die Ukraine produziert wurde.
1983

1986 – Bestückung des Maschinenraums im KKW Dukovany mit einem 220-MW-Turbosatz.
1986
1989 – Nach dem Zerfall des Ostblocks geriet ŠKODA abermals in bereits bekannte Schwierigkeiten – es verlor etablierte Märkte. Im direkten Wettbewerb mit westlichen Unternehmen behauptetet es seine Position unter den Bedingungen des freien Marktes.
1990 – Gründung der Aktiengesellschaft ŠKODA, Konzern, Pilsen
1993 – Der ŠKODA-Konzern wurde auf die sogenannte tschechische Art privatisiert, d.h. es ging im Falle von ŠKODA um ein Privatunternehmen sowie um die damals beiden größten Banken. Das bereits damals bezogen auf seine Spezialisierung so verschiedenartige und in einer schlechten finanziellen Lage sich befindende Unternehmen begann dank Bankkrediten eine massive Expansion in andere Bereiche (z.B. LKW, Getränkedosen). Dies hat die finanzielle Stabilität erheblich ins Wanken gebracht. Sofern es überleben und sich nicht dem Schicksal vieler anderer tschechischer, früher wohlgemerkt berühmter Marken anschließen wollte, musste man sich für eine radikale Heilung entschließen. Es musste das umfangreiche Produktionsprogramm reduziert werden, das Unternehmen durchlief eine komplexe Umstrukturierung.
2000 – Gründung der Gesellschaft ŠKODA HOLDING a.s.
2003 – Eigentümer wird die Appian Group. ŠKODA hat sich entschlossen, lediglich die Branchen Energiewirtschaft und Verkehrstechnik beizubehalten und weiterzuentwickeln. In diesen Bereichen gelang es dem Unternehmen zu wachsen und seine Position als tschechisches Traditionsunternehmen mit einer starken Basis sowohl auf dem heimischen, als auch auf dem globalen Markt im Bereich Energie- und Verkehrstechnik zu festigen.
2018 – die ŠKODA Gruppe, einschließlich der ŠKODA INVESTMENT a.s., wird von der PPF Gruppe übernommen.